Bei Rückenbeschwerden schnell handeln

Rückenschmerzen behandeln

Die Wirbelsäule mag das nasskalte Frühlingswetter überhaupt nicht. Auskühlen führt zur Verhärtung der Muskulatur. Die beste Gegenstrategie ist das Tragen mehrerer dünner Schichten Kleidung. Dadurch bildet sich ein Luftpolster, das vor Auskühlung schützt.

Atmungsaktive Materialien verhindern übermäßiges Schwitzen. Jacken aus windfestem Material beugen Zugluft vor. So wird die Rückenmuskulatur natürlich erwärmt, und das hält sie laut Studien geschmeidig und beugt Verspannungen vor. Vor allem bei niedrigen Temperaturen brauchen Muskeln, Gelenke und Bänder länger zum Aufwärmen.

Die Experten der "British Chiropractic Association" (BCA) empfehlen folgende Übungen:

  • Gerade stehen und den Kopf heben, sodass die Ohren sich über den Schultern befinden. Arme seitlich auf Schulterhöhe, dann langsam bis 10 zählen und halten. Noch einmal bis 10 zählen, dabei die Arme sinken lassen. 10 Wiederholungen.
  • Die Schultern mit den Händen berühren (die linke Hand berührt die linke Schulter, die rechte Hand berührt die rechte Schulter). Beide Ellenbogen anheben und wieder absenken.

Naxopren und Hagebutte

Naxopren (500 mg alle 12 Stunden) ist die wirkungsvollste Waffe gegen akute Rückenschmerzen, das fand Prof. Dr. Benjamin Friedman von Montefiore Medical Center und Albert Einstein College of Medicine in New York City in einer neuen Studie heraus.

Nicht einmal mit zusätzlich verschriebenen Opioiden oder Muskelrelaxanzien konnten bessere Ergebnisse erzielt werden. Übrigens: Das frei verkäufliche Paracetamol ist bei Schmerzen im unteren Rückenbereich sogar wirkungslos, so Studien des George Institute for Global Health.

Mediziner der Universität Freiburg im Breisgau stellten fest, dass die Früchte der Heckenrose nicht nur bei Gelenkproblemen wirken. Sie sind reich an sogenanntem Galaktolipid, einem Pflanzenstoff, der eine hohe entzündungshemmende Wirkung hat.

Sie verhindern u. a., dass die Reizung im Gewebe weiter voranschreiten kann - zudem wird das Schmerzempfinden reduziert. Um diesen Effekt zu erzielen, sollte man täglich 5 bis 10 g Hagebuttenpulver (Apotheke) einnehmen.

Ingwer und Antibiotikum

Eine US-Studie stellte fest, dass Ingwer bei arthritischen Rückenschmerzen so gut wie ein chemisches Präparat hilft. Dafür sind die Scharfstoffe Gingerol und Shogaol verantwortlich, die Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern. Tagesdosis: 500 bis 1.500 mg Ingwerextrakt.

Bei 35 bis 40 Prozent der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen lassen sich Veränderungen der Wirbelkörper nahe den erkrankten Bandscheiben - ein sogenanntes Knochenmarködem - feststellen.

Laut Claus Manniche, einem Wissenschaftler der Universität von Süddänemark in Middelfart, deutet das auf eine Infektion der Bandscheiben mit einem bestimmten Typ von Aknebakterien hin. In Studien hatten sich bei einer 100-tägigen Einnahme eines entsprechenden Antibiotikums die Rückenschmerzen deutlich vermindert.

Homöopathie und Teufelskralle

In einer Untersuchung der Berliner Charité wurden 130 Rückenschmerzpatienten über zwei Jahre begleitet. Bereits nach drei Monaten in homöopathischer Behandlung hatten sich die Beschwerden um 40 Prozent verringert, nach zwei Jahren um 60 Prozent. Im Akutfall sollen helfen:

  • Kopf/Hals: Nux vomica D3/D4; anfangs stündlich, nach eintretender Besserung 3 - bis 4-mal täglich je 5 Globuli.
  • Lendenwirbel: Castor equi D6; 3-mal täglich je 5 Globuli. Mindestens 2 Tage anwenden.
  • Bandscheibe/Wirbelkörper: Rhus toxicodendron D12; 2-mal innerhalb von 3 Stunden je 5 Kügelchen. Klingen die Schmerzen dann nicht ab, sollte man sich auf einen Bandscheibenvorfall untersuchen lassen.
  • Muskulatur: Ruta graveolens D3; 3- bis 4-mal täglich je 5 Globuli.

In zwei Studien zur Wirksamkeit von Harpagophytum procumbens (Teufelskralle) fanden sich deutliche Hinweise, dass die Einnahme von 50 mg bis 100 mg täglich entzündliche Prozesse im Körper hemmt und so die Reizweiterleitung stoppt. Teufelskrallenextrakt ist für eine langfristige Anwendung geeignet.